Was ich diese Woche nicht gekauft habe {Kubus und Square}.

Auch wenn ich es eigentlich gerne anders hätte – im Grunde bin ich schon ein bisschen konsumorientiert. Ja, ich weiß. Wir sollten ressourcenschonend leben und wenn überhaupt, dann nur einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Das finde ich auch wichtig. Trotzdem fühle ich mich wie magisch angezogen von der tollen bunten glitzernden Konsumwelt. Ich kann auch nicht mal sagen, dass es mit dem Internet bedeutend schlimmer geworden wäre. Vielleicht ein bisschen. Aber auch früher, als das Leben noch 1.0 war und das Internet noch aus Holz bestand ;-) , bin ich für mein Leben gerne shoppen gegangen. Gucken, was es Neues gibt, Sachen anprobieren, überlegen, ob man ohne dies oder jenes überhaupt noch weiterleben kann. Sonntage waren mir ein Graus. Keine geöffneten Läden – kein Leben (und dann noch dieses furchtbare Testbild… man sieht, ich bin alt).

Glücklicherweise habe ich die Kunst des Nichtkaufens mittlerweile fast perfektioniert. Ich brauche Sachen nicht unbedingt zu besitzen, um glücklich zu sein. Meistens reicht es mir aus, sie mir mehrfach anzusehen – dann fühlt es sich schon fast so an, als hätte ich sie. Okay, bei Klamotten ist das vielleicht etwas schwierig – manche Sachen muss man einfach tatsächlich anziehen können ;-) . Aber bei Deko-Artikeln ist es oft so, dass ich etwas zunächst uuuuunbedingt haben möchte. Dann lasse ich es stehen (tatsächlich im Laden oder virtuell im Internet) und schlafe drüber. Eine Nacht oder mehrere. In den meisten Fällen lässt es mich los und dann weiß ich: Ich brauche es nicht wirklich. Dann freue ich mich, dass ich es nicht gekauft habe. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass ich mich in eine Sache wirklich verliebe und sie wieder und wieder und wieder angucken muss. Entweder kaufe ich es dann und freue mich wirklich so sehr darüber, dass ich es immerzu angucken möchte. Und dann war der Kauf auch richtig. Manchmal schiebe ich es aber auch so lange hinaus, bis die Sehnsucht wieder vergeht – und dann war es eigentlich auch egal.

Auf diese Weise vermeide ich Fehlkäufe fast komplett, denn ich kaufe ja nur Sachen, in die ich mich wirklich verliebt habe. Das spart Platz (von dem haben wir irgendwie trotzdem nicht genug) und natürlich auch Geld: Ich glaube, wenn ich alles gekauft hätte, was ich im ersten Impuls kaufen wollte, dann würden wir mangels Eigenkapitals wahrscheinlich nie ein Haus bauen.

Da ich mit manchen Sachen aber immer noch schwanger gehe, möchte ich hier einfach mal posten, was ich aktuell nicht gekauft habe – allerdings unter Zurückstellung schwerer Sehnsüchte… (Werbung ist das hier übrigens nicht – ich habe die Sachen ja selbst nicht einmal und kann über die Qualität o.ä. nichts sagen).

Da wäre zunächst einmal der Kerzenständer Kubus der Marke by Lassen. Es gibt ihn mittlerweile in mehreren Farben und in mehreren Varianten (für unterschiedlich viele Kerzen). Im letzten Herbst/Winter tauchte er in der schwarzen oder weißen Variante mit den vier Kerzen auf einigen Interiour-Blogs auf. Ehrlich gesagt hielt ich ihn aufgrund der vier Kerzen zunächst für eine Art Adventskranz – trotzdem löste er bei mir ein akutes Haben-Wollen-Gefühl aus…

Kubus4 byLassen

 

Nun gibt es ihn zusätzlich auch in der Trendfarbe Kupfer, was alles nur noch verschlimmert.

Kubus_byLassen_Übersicht

Kubus by Lassen

Bis ich den Preis sah… 125 Euro für einen Adventskranz? Oder in Kupfer sogar 175 Euro?  Hmmm, weiß nicht (auch wenn er keiner ist, aber er sieht halt so aus. Und der 8er-Ständer ist noch wesentlich teurer).

Außerdem gab es da ja auch noch die – wie ich fand – viel bessere Alternative Square von House Doctor. Die kann man nämlich immer wieder unterschiedlich dekorieren. Hier in kupferfarben – in schwarz finde ich sie aber mindestens genauso gut.

House Doctor Square KupferHouse Doctor Square

Und das beste daran: Viiiiiel günstiger.

ABER: Dann stellte ich zuvor Unwissende fest, dass der Kubus offensichtlich richtiges “Design” ist – obwohl sich natürlich trefflich darüber streiten lässt, was eine Sache als Design qualifiziert. Irgendwie ist ja alles von irgendwem designt worden.

Aber über by Lassen ist zu lesen, dass das Unternehmen das designerische Erbe der beiden dänischen Designer Mogens Lassen (1901-1987) und Flemming Lassen (1902-1984) fortführt und die Entwürfe von diesen weiter produzieren lässt und vertreibt. Der Kerzenständer Kubus wurde bereits im Jahr 1962 entworfen und es gibt auf der Unternehmenshomepage auch eine Geschichte dazu nachzulesen. Mit sowas ködert man mich ja immer ;-) . Das ist für mich wahres zeitloses Design: Etwas, das uralt ist und immer noch hochmodern aussieht. Und das ist beim Kubus definitiv der Fall.

Ist also der Square nur eine Art abgewandelte Nachmachung? Und will ich ihn deshalb lieber gar nicht haben? Hm, schwierig. Irgendwie sieht er dem Kubus ja schon recht ähnlich – und wenn, dann hätte ich doch bitteschön gerne das Original. Andererseits ist der Square ja dank seiner Glasscheiben auch wieder ganz anders – und vor allem auch ganz anders nutzbar. Also ist er eigentlich doch was ganz anderes.

Fragen über Fragen. Tja, und daher habe ich vorerst weder den einen noch den anderen gekauft – auch wenn es mir in den Fingern juckt… Das muss erst noch ein wenig reifen… Aus Dänemark kommen übrigens beide.

 

Grübelnde Grüße,

Kathrin

Das Erdgeschoss {Woche 4 und 5}

Huiuiui, jetzt sieht es schon richtig nach Haus aus!

Nachdem die Kellerdecke drauf war, wurden ziemlich zügig auch die Erdgeschosswände gemauert:

Rohbau - Erdgeschosswände

Rohbau - Erdgeschosswände

Rohbau - Erdgeschosswände

Ein sehr stolzer Besuch der Bauherrin (warum heißt das eigentlich nicht Baudame???) auf der Baustelle (wie man sieht, bin ich direkt nach der Arbeit gekommen – das sind eigentlich nicht die Klamotten, in denen ich üblicherweise in einem Rohbau rumlaufen würde):

_

 

Am nächsten oder übernächsten Tag wurde auch schon der Sand angefüllt und verdichtet, so dass das Haus-to-be jetzt nicht mehr in einer Baugrube steht, sondern richtig ebenerdig zu erreichen ist. Super! Es geht in großen Schritten voran.

 

Da wir aufgrund der leichten Hanglage bei Starkregen ziemlich mit Wasser zu kämpfen haben werden, wollten wir am rückwärtig gelegenen Kellerfenster vorsichtshalber eine Drainage legen lassen. Der Unternehmer, bei dem diese beauftragt war, hat seinen Job wohl ein bisschen zu ernst genommen und direkt an allen Kellerfenstern einen entsprechenden Anschluss gelegt. Das wäre meiner Meinung nach gar nicht erforderlich gewesen, weil alle anderen Kellerfenster überirdisch liegen. Aber sei’s drum. Schaden wird es nicht.

Hier sieht man die Drainagerohre:

Drainage

Bild unten: Finde den Fehler…

Rohbau

Okay, ich löse es auf: Wie man auf den Bildern von Woche 3 erkennen kann, befindet sich unter dem hier links zu sehenden Fenster das Kellerfenster mit den “Sprossen”. Tja, und äääh… die Aussicht aus diesem Fenster ist jetzt ziemlich sandig.

Unser Generalunternehmer hatte vergessen, einen Kellerschacht zu bestellen, so dass jetzt erst mal eine Platte vor dem Kellerfenster angebracht und der Sand dann auch an dieser Stelle verfüllt und verdichtet wurde. Ich gehe einfach mal davon aus, dass das so schon seine Richtigkeit hat. Er hat den Schacht jetzt wohl bestellt und wenn dieser da ist, muss man die Stelle eben wieder ausschachten.

 

Ebenfalls behoben werden mussten Kleinigkeiten bei den Fenstern:

Als ich das Gäste-WC betrat, war ich etwas schockiert: Das Fenster war so hoch oben, dass ich (bei einer für eine Frau wirklich durchschnittlichen Körpergröße von 1,68 cm) es nicht hätte öffnen können, ohne auf einen Hocker zu steigen. Das kann ja nun wirklich nicht richtig sein!  Offenbar war es im Bauplan so eingezeichnet – das konnten wir daraus aber nicht erkennen und ist es weder durch die beiden Architekten noch durch den Bauleiter je thematisiert worden. War aber kein Problem: Da wir es so frühzeitig ansprachen, konnte es direkt geändert werden. Wir hatten zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Entweder konnte ein Sturz eingebaut und das Fenster samt Rollladenkasten ein Stück tiefer eingesetzt werden oder das Fenster würde einfach nach unten hin verlängert. Herr Kathrinville visualisierte schnell beide Möglichkeiten mit SweetHome3D (übrigens ein tolles kostenloses Programm) und wir stellten fest, dass Möglichkeit 1 komisch aussah. Also entschieden wir uns für Möglichkeit 2 – die Vergrößerung des Fensters. Der Bauleiter war froh darüber – das war nämlich die einfachere Variante.

Außerdem stellten wir fest, dass die beiden Küchenfenster (eins zum Weg hin und eins zum Garten) verschieden hoch waren. Sehr merkwürdig! Auch das war nie thematisiert worden und es war auch überhaupt kein Grund dafür ersichtlich. Es wirkte auch unharmonisch. Aber auch das wurde direkt am nächsten Tag geändert.

 

Am nächsten Tag wechselte das Haus von weiß auf rot:

Rohbau - Erdgeschoss

Nachdem wir uns anfangs (vor weit über einem Jahr – das war alles ein sehr gründlicher Entscheidungsprozess bei uns…) über alle möglichen Hausbauarten informiert hatten, kristallisierte sich irgendwann heraus, dass wir weder ein Wärmedämmverbundsystem noch Klinker wollten, sondern ein verputztes, gestrichenes zweischaliges Mauerwerk. Dementsprechend bestehen die Wände innen aus 17,5 cm dicken Porenbetonsteinen, dann folgen Mineralwolle und eine kleine Luftschicht zur Dämmung und außen befindet sich eine 11,5 cm dicke Vorsatzschale aus Porotonsteinen.

Rohbau - Erdgeschoss

Rohbau - Erdgeschoss

 

Anfang dieser Woche war die äußere Schale komplett – und auch die Stütze für unser baldiges Vordach war angebracht:

Rohbau - Erdgeschoss

 

Von innen war das Erdgeschoss noch ein recht luftiger Stützenwald. Hier ein Blick von der “Küche” ins Esszimmer”:

Rohbau - Erdgeschoss

Vom Eingang einmal quer durch’s Haus ins “Wohnzimmer”:

Rohbau - Erdgeschoss

Durch die Garderobe ins Gäste-WC (mit zum Glück jetzt bereits vergrößertem Fenster):

Rohbau - Erdgeschoss

Noch einmal ganz romantisch ;-) : Rohbau im Sonnenuntergang:

Rohbau - Erdgeschoss

 

Und damit sage ich gute Nacht für heute…

 

Der Keller {Woche 3}

In der darauffolgenden Woche passierte nicht so überragend viel am Bau. Die Sohlplatte musste über’s Wochenende trocknen; derweil wurden die Fertigbetonteile für die Kellerwände im Betonwerk angefertigt.

Dann aber ging es so richtig vorwärts: Der Keller wurde geliefert. Zu meinem großen Bedauern musste ich an diesem Tag arbeiten. Aber Herr Kathrinville war glücklicherweise mit meiner Kamera zur Stelle.

Kommt ein Betonteil geflogen…

Fertigbetonteil

Und noch eins mit Aussparung für’s Kellerfenster (die Holzkonstruktion ist natürlich nur ein Platzhalter – obwohl ein Holzsprossenfenster für den Abstell- und Gerümpelkeller (denn da kommt dieses Teil hin) natürlich auch nicht schlecht wäre… das wäre mal wahrer Luxus: Ein Sprossenfenster an einer unsichtbaren Stelle ;-) ):

Fertigbetonteil mit Aussparung für's Kellerfenster

Man braucht übrigens einen recht großen Kran dafür:

Kran bringt Fertigbetonteile

Wir bekommen übrigens einen (hoffentlich) wasserundurchlässigen Keller, dessen Wände aus zweischaligen Betonfertigteilen in einer Gesamtstärke von 40 cm mit Bewehrung bestehen. Die Zwischenräume wurden vor Ort mit wasserundurchlässigem Ortbeton ausgegossen (das hat den Vorteil eines fugenlosen Betonkerns).

Fertigbetonteil mit Aussparung für's Kellerfenster

Letzte Handgriffe… und die Wand steht.

Fertigbetonteil mit Aussparung für's Kellerfenster

Als alle Teile an ihrem Platz waren, konnte der Ortbeton von oben eingefüllt werden:

Fertigbetonteil wird mit Ortbeton ausgegossen

Fertigbetonteil wird mit Ortbeton ausgegossen

Fertigbetonteil wird mit Ortbeton ausgegossen

 

Da unser Grundstück leicht abschüssig ist, ragt das Kellergeschoss an einigen Stellen aus der Erde. Aus diesem Grund haben wir vorne und auch an der linken Seite (von vorne aus gesehen) ein Hochparterre – was von uns auch durchaus so gewollt ist, weil dadurch die beiden vorderen “Kellerfenster” eben keine Kellerfenster, sondern ganz normale oberirdische Fenster sind, was die beiden vorderen Kellerräume natürlich massiv aufwertet und wesentlich nutzbarer macht.

Die Teile der Kellerwände, die oberirdisch verlaufen, bestehen nicht aus vorgefertigtem Beton, sondern wurden vor Ort gemauert. Hier sieht man, wie die linken Kellerwände (im Bild hinten) schon fast fertig gemauert sind).

Keller steht

Und noch mal aus einer anderen Perspektive:

Hausbau, Kellerwände

Die Betonfertigteile wurden dann mit einer schwarzen Masse (ich meine, es war eine Art Bitumen) gestrichen und danach mit den schicken lila Platten versehen – das ist die Perimeterdämmung. Die Ripsy als kleine Lila-Fanatikerin findet es sicher schade, dass man das Lila schon kurze Zeit später gar nicht mehr sehen konnte…

KellerHier noch in schickem Schwarz:

Keller

Und hier kann man auch sehr gut sehen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die Kellerinnen wände fertig gemauert waren. Wir bekommen übrigens sechs Kellerräume:

  • Der von der Straße aus gesehen vorne links gelegene Raum (mit zwei oberirdischen Fenstern) wird ein Gästezimmer.
  • Der vorne rechts gelegene Raum (mit einem oberirdischem Fenster) wird ein Spiel-/Sportzimmer. Herr Kathrinville und ich haben es extra so bemessen, dass dort eine Tischtennisplatte reinpasst und man zumindest ein bisschen Platz zum Spielen hat, auch wenn Rundlauf wahrscheinlich eher nicht möglich sein wird. Aber ich freue mich schon sehr darauf! Bei meinen Eltern im Keller hatten wir auch eine Tischtennisplatte; die wurde im Winter immer rege genutzt.
  • Ein minikleiner Raum vorne in der Mitte (ohne Fenster) wird der Heizungsraum.
  • Der Raum hinten links (ebenfalls mit oberirdischem Fenster) wird Wasch- und Vorratskeller. Hierfür habe ich schon tolle Pläne (Pinterest sei Dank).
  • Ein kleiner Durchgangsraum hinten in der Mitte wird die Werkzeugsammlung des Hausherrn beheimaten.
  • Und der Raum hinten rechts (mit dem oben zu sehenden unterirdischen Fenster, in dem jetzt noch die “Sprossen” als Platzhalter fungieren) wird sozusagen der Gerümpelkeller. Hier werden wir alles aufbewahren, was aktuell keinen anderen Platz hat: Koffer, Weihnachtsdeko im Sommer, Planschbecken im Winter usw..

Das ist für Außenstehende vielleicht schwer vorstellbar, aber es war ein tolles Gefühl, den Keller zu betreten und sich vorzustellen, wo alles später sein wird. Endlich ein bisschen richtiges “Unser-Haus-Gefühl”!

Keller

 

Wenige Tage später kam bereits die Kellerdecke – diesmal konnten wir beide nicht dabei sein. Aber gut sah sie aus. Hier noch mit massenhaft Eisen:

Keller mit Kellerdecke

Keller mit Kellerdecke

 

Und dann mit einer fertig gegossenen Kellerdecke. Das Loch ist die Aussparung für die Treppe:

Keller mit Kellerdecke

Der Keller war jetzt tatsächlich ein richtiger Keller:

Neubau, Keller

 

Leider hat es schon ein bisschen durch die ja noch offenen Fensteröffnungen reingeregnet. Ich kann das gar nicht mit ansehen und muss ständig den Impuls unterdrücken, das Wasser wegzuschaffen. Mein armer neuer Keller ;-) . Aber das wird schon. Ich gehe einfach mal davon aus, dass die Rohbauarbeiter das dann abpumpen/entfernen werden, wenn es Zeit dazu ist.

Apropos Rohbauarbeiter: Mit denen sind wir bislang top zufrieden! Ich habe ja noch nicht so wahnsinnig viele Baustellen gesehen, aber diese hier macht einen unglaublich ordentlichen Eindruck. Und soweit wir das als Laien beurteilen können, werden auch alle Arbeiten sehr rasch und akkurat ausgeführt. Und nett sind die, mit denen wir bis jetzt zu tun hatten, auch noch! Ist ja nicht immer selbstverständlich…

 

Hochzufriedene Grüße,

Kathrin

Jetzt geht’s los!

… und dabei sind wir eigentlich schon mittendrin.

Ich komme nur gar nicht mehr hinterher mit dem posten, weil momentan sooo viel passiert. Nach nur kurzer Babypause musste ich leider schon wieder anfangen zu arbeiten, auch wenn ich am liebsten mindestens ein Jahr Elternzeit genommen hätte. Am allerliebsten sogar zwei. Aber das ging nun mal leider nicht. Glücklicherweise kann Herr Kathrinville ein ganzes Jahr Elternzeit nehmen, so dass die Kinderlein in besten Händen sind.

Kurz vor dem Arbeitsstart wurde Kindlein Nr. 2 getauft. Ein wunderschöner Tag für uns alle (und vielleicht werde ich hier noch davon berichten). Und auch auf dem Bau geht es mittlerweile richtig zur Sache, so dass ich mal wieder viel zu berichten und vor allem viele Fotos zu zeigen habe.

Nachdem das alte Haus abgerissen war, baggerte das Abrissunternehmen absprachegemäß direkt das Loch für den neuen Keller aus. Der Keller des neuen Hauses wird nämlich tiefer als der des alten (der war höchstens 1,80 m tief – mein Vater und Herr Kathrinville mussten darin immer gebückt gehen) und außerdem wird unser neues Haus ein bisschen breiter, dafür aber nicht so tief.

Wir wussten ja, dass es beim alten Haus eine Wasserproblematik gab – das war ja auch einer der Hauptgründe für den schlechten Zustand der Bausubstanz – aber trotzdem waren wir nicht übermäßig begeistert, als unsere frische neue Baugrube (über die wir uns ansonsten sehr gefreut haben) sich in einer Ecke mit Wasser füllte:

Baugrube

Baugrube

Das bedeutete nämlich zusätzliche Kosten: Eine Grundwasserabsenkung war uns in satter vierstelliger Höhe in Aussicht gestellt worden. Aber das Wasser war ja nunmal da und musste irgendwie weg.

Baugrube

Baugrube mit Wasser

Letztlich wurde in sogenannter offener Wasserhaltung gearbeitet: An einer Seite wurde die Grube noch ein wenig verbreitert und auch ein wenig tiefer ausgeschachtet, so dass sich das Wasser dort sammeln konnte und von dort aus abgepumpt wurde. Mittlerweile wurde in der im oberen Bild zu sehenden Ecke oben rechts ein Brunnenschacht gebaut, aus dem das Wasser jetzt abgepumpt wird.

Der ausgeschachtete Mutterboden wurde übrigens komplett abgefahren und entsorgt, was direkt das zweite Ärgernis darstellte. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich davon null Ahnung habe, aber uns wurde gesagt, der Boden sei von einer solchen Beschaffenheit (lehmig? Ich weiß es schon gar nicht mehr genau), dass es unmöglich ist, ihn nach einem etwaigen Anfüllen wieder ordnungsgemäß zu verdichten. Das ist blöd, denn so müssen wir sowohl für die Abfuhr und Entsorgung zahlen als auch demnächst neuen Boden ankaufen. Aber auch das ist mal wieder ein klassischer Fall von “Wat mutt, dat mutt”.

 

Aber dann wurde es wieder spannend. Unser neues Haus wurde zum ersten Mal erahnbar: Mit Holzlatten wurde der Kellerabriss abgesteckt, sodann wurde der Boden mit Folie ausgelegt und es kamen massenhaft Eisenplatten hinein. Soll ja schließlich ein paar Jährchen halten.

Kellersohle, Stahlplatten

Hier sieht man übrigens unseren neuen Brunnenschacht (auf den wir gerne verzichtet hätten…):

Baugrube, Stahlmatten, Brunnenschacht

Und dann ging es los: Vier große LKW mit Beton versperrten eine halbe Stunde lang die Straße und warteten auf den Wagen mit dem Schlauch, der noch auf einer anderen Baustelle gebraucht wurde. Und das am Freitagnachmittag. Aber irgendwann war er da.

Beton kommt

Und das war das Ergebnis dieses Freitagnachmittages – die fertig betonierte Sohlplatte:

betonierte Sohlplatte

Die Ripsy (also Kind I – diesen Spitznamen erkläre ich bei Gelegenheit an anderer Stelle mal) war der Meinung, das sei Wasser. Naja, für eine Zweieinhalbjährige sieht das wahrscheinlich aus wie ein großes Schwimmbecken. Zum Glück ist sie keine große Draufgängerin und brauchte nicht davon abgehalten zu werden, hineinzuspringen.

Da der Beton ja in einem Guss gegossen werden muss (seltsame Formulierung irgendwie), dauerte das Prozedere bis in den frühen Abend hinein. Kurz darauf zeigte sich schon der Mond, und da war die Ripsy ganz furchtbar niedlich. Sie setzte sich ganz alleine mit ihrem Brötchen in der Hand und ihrer lustigen Kapuze (mit Öhrchen dran) auf dem Kopf auf den kleinen Kantstein zum Feld hin, war ganz still und wollte einfach nur den Mond (“mein Mond!”) betrachten. Mit zweieinhalb! Ist das nicht süß?

Die Ripsy und der Mond

 

Ein Häufchen Elend. Abriss Teil III (und Ende).

So, damit das hier nicht zu einer unendlichen Geschichte verkommt und ich vor allem auch endlich mal zu den schönen Dingen (nämlich unserem endlich beginnenden Neubau!) kommen kann, zeige ich nun den dritten und letzten Teil des Abrisses.   Jetzt ging es auch dem hinteren Giebel an den Kragen. Wenn ich mich auf meinem Computer durch die Bilder klicke, ist es fast wie ein Film. Das geht beim Runterscrollen natürlich leider nicht so gut. Aber ich finde es trotzdem krass, wie man die einzelnen Wandteile fallen sieht (z. B. auf dem dritten, fünften und sechsten Bild). AbrissAbrissAbriss AbrissAbriss Abriss Abriss Abriss Abriss Da wird schön ordentlich das Fenster heraussortiert… Abriss Abriss Abriss Bei diesem Anblick muss ich sogar jetzt noch ein wenig schlucken: Abriss Und wieder auf die andere Seite: Abriss So (Bild unten) sah der Holzberg zu diesem Zeitpunkt aus. Im oberen Teil sieht man einen Teil der schönen alten Treppe, deren Geräuschkulisse meine Oma (und später auch die unten wohnenden Mieter) so manches Mal wahnsinnig gemacht hat, wenn meine Cousine und mein Cousin als Kinder wild darüber gepoltert sind. Ich hatte mir im Vorfeld gar keine Gedanken darüber gemacht, dass die Treppe fast als Ganzes herausgebrochen werden und dann auf einem Schutthaufen enden würde (zumindest bis zu ihrem Abtransport). Überhaupt hatte ich mir den Abriss ganz anders vorgestellt – wobei ich gar keine wirklich konkreten Vorstellungen hatte. Ich dachte irgendwie, erst würde mit roher Gewalt das komplette Haus zum Einsturz gebracht – mit einer Abrissbirne oder so – und dann läge alles als kleinteiliger Schutt dort und würde gegebenenfalls grob sortiert. Jetzt ist mir natürlich auch klar, dass es viel zeitsparender ist, von Anfang an alles ordentlich vorzusortieren. Außerdem ist es bestimmt ungefährlicher, wenn nicht unzählige Tonnen Baumaterial wild und unkontrolliert durch die Gegend fliegen. Es wirkte für uns dadurch auch weniger “brutal”. Trotzdem war es auch ein bisschen komisch, Teile des Hauses, die wir aus bestimmten Räumen kannten, plötzlich in herausgerissener Form auf einem quasi Müllberg zu sehen – wie eben die Treppe oder Türen und Fenster oder Parkett oder Teile des Badezimmers. Abriss Abriss Ein Stück Parkettboden: Abriss Abriss Und die nächsten Wände: Abriss Abriss Abriss Abriss Abriss So sah es nun von der anderen Seite aus: Abriss Um nicht alles völlig zu überfrachten, habe ich mich mal an einer Collage versucht (obwohl ich eigentlich nicht so ein Fan davon bin, aber diese Bilderfolge sieht man so vielleicht auch ganz gut). Jetzt kam nämlich eine der bahnbrechenderen Aktionen: Der Bagger setzte am Balkon (deren Fußboden gleichzeitig auch die Decke des ehemaligen Wintergartens dargestellt hatte) an, brach ihn unter riesigem Getöse in einem einzigen Stück heraus und ließ ihn dann zu Boden fallen, um ihn zu Bruch zu bekommen. Schade, dass die Bilder ohne Ton sind… Abriss Abriss Abriss Hier nochmal eine Momentaufnahme in groß: Abriss Und so sah das Haus danach aus. Da fehlte plötzlich ganz schön viel:AbrissAbriss Eine faszinierte kleine Tochter Nr. 1 (die neuerdings übrigens ständig im Vorbeifahren irgendwelche Häuser kommentiert: “Die Häuser sind alt. Da muss der Bagger kommen.” Äh, naja, vielleicht nicht bei allen…).Abriss Da war wohl noch ein halber Giebel zu viel. Aber nicht mehr lange: Abriss Abriss Abriss Abriss Und auf der gegenüberliegenden Seite war auch noch einer:Abriss AbrissIch fand es bemerkenswert, wie “müllig” etwas aussehen kann, das gerade noch ein Haus war. Ich meine, dieses Haus war vor dem Abriss zwar sanierungsbedürftig, aber es wirkte nicht so gammelig, wie man anhand der nun herausquellenden Dämmmaterialien und ähnlichem vermuten könnte. Wahrscheinlich ist das bei alten Häusern grundsätzlich ganz gut so, dass man im Normalfall nicht sehen kann, was sich dort alles in den Wänden befindet und wie das genau aussieht – sonst könnten etwas zarter besaitete Menschen wohl nicht mehr ruhig und ohne Ekelgefühle darin wohnen. Vielleicht sieht es aber auch schlimmer aus als es ist (ich gebe gerne zu, dass ich zu den ekeltechnisch zarter besaiteten Menschen gehöre). Davon mal abgesehen fand (und finde) ich es aber auch immer noch seltsam, auch in diesem Zustand des Hauses (also als fast nichts mehr davon übrig war) noch intakte Wände mit Steckdose und Lichtschalter zu sehen. Das war wie eine Art Anachronismus. Als ob das Haus im totalen Untergangschaos noch ein Stück Normalität bewahren wollte. Ja, ich weiß, ein Haus ist keine Person ;-) . Ich meine das im übertragenen Sinne. Oder so.  Abriss Abriss Abriss Auch vorne wurde nochmal abgebissen:Abriss Ohne Dach und erste Etage. Eine Art Bungalow. Ein sehr luftiger allerdings. Abriss Unter extremem Kraftaufwand und ziemlicher Staubentwicklung wurde ein großer Teil des Parketts aus dem Erdgeschoss (bzw. aus den wenigen Zimmern, die noch übrig waren) herausgerissen. Das war noch erstaunlich intakt. Aber was soll’s – weiterverwenden können hätte man es wohl kaum.Abriss Abriss, Parkett wird herausgebrochen Abriss, Parkett wird herausgebrochen Abriss, Parkett wird herausgerissenAbriss, Parkett wird herausgerissen Nun blieb eigentlich nur noch die vorderste Front des Erdgeschosses:AbrissAbrissAbriss Ich fand es auch hier wieder erstaunlich, dass der Baggerführer aus all dem Bruch und Durcheinander zielsicher den Heizkörper herausfischte, um ihn auf den Metallhaufen zu legen.AbrissDies war vor langer, langer Zeit mal das Arbeitszimmer meines Opas. Da mein Opa leider schon vor vielen Jahren verstorben ist, hat der Raum mittlerweile mehrere andere Nutzungen erfahren. Als ich so hineingucken konnte, war es für mich irgendwie trotzdem noch “Opas Arbeitszimmer”, das noch fast bis als letztes stand. Seltsamerweise war die Türklinke umgedreht – wodurch auch immer – und die Zimmerdecke fehlte bereits.Abriss Die Tür gehörte natürlich auf den Holzstapel und musste daher als nächstes raus:AbrissMittlerweile kamen auch ein paar neugierige Nachbarskinder, um das große Finale nicht zu verpassen (und mit dem Smartphone zu filmen).Abriss Neben der Wohnzimmerwand stand bis ganz zum Schluss die Wand zur ehemaligen Terrasse bzw. zum ehemaligen Wintergarten samt Kamin – mitsamt dem hübsch-hässlichen aber jedenfalls absolut stilechten runden Bleiglasfenster, das auf dem nächsten Bild rechts zu sehen ist. Mein Schwager hatte kurz vorher noch zu bedenken gegeben, dass Bleiglasfenster doch sicher bald wieder im Kommen wären (das würde mich nicht wundern, nachdem auch “Mid-Century” neuerdings der große Renner ist) und ob wir das Fenster nicht ausbauen und behalten wollten. Wir haben wirklich ernsthaft darüber nachgedacht, aber in unserem geplanten KfW-55-Haus können wir es unter Energiegesichtspunkten nun beim besten Willen nicht unterbringen – oder zumindest nicht als reguläres Fenster einbauen lassen. Außerdem passt es eigentlich auch sonst nicht rein. Und eine Garage haben wir im ersten Aufschlag nicht geplant; die ist erst ein wenig später dran. Also haben wir von dieser Idee wieder Abstand genommen und es dem Schwager zum Selbstausbau angeboten – aber auch der konnte es in seinem Haus nirgendwo unterbringen. – Ich musste jedenfalls ganz bis zum Schluss daran denken und witzelte ständig mit Herrn Kathrinville, dass er dem Schwager schnell noch Bescheid sagen solle, dass jetzt gerade noch Zeit wäre, das Fenster auszubauen. Herr Kathrinville verstand die ersten Male gar nicht, dass es ein Witz war. Na, der traut mir ja offensichtlich einiges an Beklopptheit zu – als ob ich allen Ernstes jemanden mitten im Abbruch vor den Bagger schicken und ein Fenster ausbauen lassen würde… Abriss Abriss Wir nähern uns dem letzten Akt:Abriss Abriss Abriss Aus der seitlichen Perspektive: Abriss AbrissWasser marsch: AbrissNoch stand die Wand mit dem Bleiglasfenster. Vielleicht doch noch schnell den Schwager anrufen? Abriss Abriss Nun hieß es offenbar auch bei Petrus “Wasser marsch”: Es fing an zu schütten. Die nächsten Bilder sind daher etwas wässerig, aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, den Fall der letzten Wände mitzuerleben und auch festzuhalten. Auf dem nächsten Bild ist zu sehen, wie die allerletzte Außenwand des eigentlichen Hauses fiel. Der Rest war nur noch die Terrassen- bzw. Wintergartenwand mit dem dazugehörigen Kamin/Schornstein.AbrissAbriss Abriss Abriss Die Bleiglasfensterwand stand noch. Nun machte ich aber einen Fehler: Um nicht allzu nass zu werden, spurtete ich unter das Vordach der ollen Nachbargarage (teilweise oben in den Bildern zu sehen). Noch während ich lief (und daher nicht hinguckte) passierte es: Das Bleiglasfenster fiel der Baggerzange zum Opfer. Mist! Darauf hatte ich wirklich stundenlang gewartet und nun hatte ich es verpasst. Abriss Zwei Sekunden zu spät: AbrissDie letzte Wand: AbrissAbriss Und nun noch der Kamin samt Schornstein: Abriss Abriss Abriss Abriss   Das war’s. Unglaublich, das ein Haus, für das man damals wahrscheinlich über ein Jahr gebraucht hatte, um es zu bauen, in nur zwei Tagen dem Erdboden gleich gemacht werden kann. Mit einem halben weinenden und anderthalb lachenden Augen verabschiedete ich mich innerlich vom alten Haus mit all den Erinnerungen, die darin produziert wurden und freute mich gleichzeitig sehr auf unseren Neubeginn (in einem ganz und gar gammelfreien Haus). Abriss Das war nun die Ansicht von vorne. Einfach NICHTS. Ich fand es auch an den nachfolgenden Tagen noch sehr seltsam, um die Ecke zu biegen und auf “nichts” zuzufahren – vor allem, nachdem der Bagger dann weg war. Abriss Unterdessen hatten sich einige Nachbarn versammelt, um über den Abbruch zu fachsimpeln und auch ein bisschen, um über alte Zeiten zu sprechen. Immerhin sind die zwei Nachbarhäuser am Zufahrtsweg genauso alt wie das nun abgerissene Haus, hatten aber wohl zum Glück nicht die gleiche Wasserproblematik. Wir riskierten noch einen Blick vom Waldrand aus:     Abriss Abriss Und Herr Kathrinville knipste noch schnell mit dem Handy ein Beweisfoto für die lieben Freunde, die uns zur Geburt unserer kleinen Tochter aus gewissen Gründen ein Birnbäumchen der Sorte “Gute Luise” geschenkt hatten. Alles gut: Der Baum steht noch: Birnbäumchen "Gute Luise" vor dem Schutthaufen Alles, was in den nächsten Tagen kam, war zwar auch noch interessant, hatte für mich aber emotional nicht mehr so wirklich mit dem alten Haus als solchem zu tun – denn das war ja nun tatsächlich weg. Der Schutt wurde abtransportiert und der Keller wurde herausgebrochen. AbrissAls Herr Kathrinville die Kinder in den Mittagsschlaf begleitete, ließ ich mich ganz gemütlich mit einer Schale Erdbeeren (seit wann gibt es eigentlich so spät im Jahr noch heimische Erdbeeren?! Sind die genmanipuliert???) auf der Banklehne hinter dem oben zu sehenden Haselnussstrauch nieder und beobachtete die Aufräumarbeiten. Erdbeeren Am Ende des Tages war nicht mehr viel übrig (also jetzt vom Schuttberg – von den Erdbeeren sowieso nicht, die waren ratzfatz weg). Abriss Das war es vom Abriss. Ich sage Tschüss, altes Haus. Und herzlich Willkommen, neues!   Viele Grüße, Kathrin

Mach’s gut, altes Haus. Abriss Teil II.

Am nächsten Tag ging es bereits vor halb acht weiter mit dem Abriss. Diesmal war auch Herr Kathrinville mit von der Partie und gemeinsam waren wir bis an die Zähne mit Aufnahmegeräten bewaffnet: Smartphones, DSLR, Videokamera. Zunächst der Blick aus meinem alten Kinderzimmer: halbabgerissenes Haus Herr Kathrinville stellte sich dann einen Terrassenstuhl auf den Rasen und filmte mit der Videokamera, während ich die meiste Zeit von allen Seiten aus fotografierte (oder eigentlich immer von da, wo gerade am meisten zu sehen war. Blöd, dass ich meine Hunterboots nicht dabei hatte – die Wiese war nämlich ganz schön matschig). Wegen der Morgensonne im Hintergrund sind die Bilder übrigens teilweise nicht so der Hit – aber da meine neue Maxime ja 80:20 lautet, lasse ich das jetzt mal so unbearbeitet (und auch ohne Wasserzeichen – ich gehe mal nicht davon aus, dass böse Bilderdiebe scharf auf meine amateurhaften Bilder von einem halbabgerissenen Haus sind…). Abriss AbrissAbriss Abriss Diesmal hatte der Baggerführer übrigens einen Gehilfen dabei, der teilweise die Materialien sortierte und der vor allem dann, wenn es ganz schlimm staubte, mit dem Wasserschlauch spritzte. Wir wollten ja schließlich nicht die komplette Nachbarschaft weiß tünchen. Abriss Abriss Abriss AbrissAbrissAbrissAbriss Und dann nahm er mal eben das Badezimmerfenster raus: AbrissAbrissUnd die Dachrinne: AbrissDanach war mal wieder eine Lage Dachpfannen dran: Abriss Abriss AbrissAbriss Hier sieht man noch schön die einzelnen Dachpfannen runterfallen: Abriss Es war wirklich interessant zu sehen, wie der Baggerführer ganz filigran die einzelnen Dachbalken herauszog und sie auf den Haufen mit dem Holz legte, ganz akkurat die Kabel aus der Decke zog und auch (scheinbar) behutsam die Türstürze usw. herausbrach. Einige Kleinteile fielen natürlich trotzdem immer mal wieder durcheinander in den riesigen Schutthaufen vor dem Bagger, weil die Materialien beim ursprünglichen Hausbau ja auch nicht isoliert voneinander eingebaut worden waren. Diese Teile legte der Helfer dann immer mal wieder in die Baggerkralle, die sie dann fein säuberlich auf den jeweiligen Stapel legte. Oh Mann, beim Stichwort Hausbau muss ich in diesem Zusammenhang immer wieder an meinen Uropa denken, der das Haus ja seinerzeit gebaut hat – und an alle Hoffnungen und Wünsche, die mit diesem Haus verknüpft wurden – ganz so, wie meine kleine Familie und ich es ja jetzt auch bei unserem Hausbau tun. Eine furchtbare Vorstellung, das Haus dann jetzt einfach so abreißen zu lassen. Andererseits war das Haus einfach am Ende; sonst hätten wir das ja nicht getan. Abriss Oje, und da sieht man auch wieder die verrückte Tapete aus dem Sicherungs- und Besenschrank meiner Oma. Was sie jetzt wohl denken würde, wenn sie das noch sehen könnte? Ich mag gar nicht dran denken. Ich hoffe, sie hätte Verständnis und fände es schön, dass dort etwas Neues entsteht. Interessant übrigens, was damals als Dämmmaterial für die Decken verwendet wurde. Das erinnert mich irgendwie an diese Balkonverkleidungen aus Bast: Abriss Nach einer kurzen Frühstückspause ging es weiter mit der Abreißerei. Herr Kathrinville, der mit einer längeren Pause gerechnet hatte, saß noch gemütlich am Kaffeetisch und schnitt Tochter Nr. 1 ein Brot klein, aber ich hatte es irgendwie im Gefühl, dass wir uns nicht zu lange Zeit lassen sollten, um nicht die interessantesten Dinge zu verpassen. Und richtig – als ich rausging, ging es dem Haus bereits an den Kragen… äh… ans Dach. Abriss Abriss Ich warf schnell die Videokamera an. Und dann passierte es: Der Baggerführer stieß den hinteren der beiden Schornsteine um; dieser fiel auf den vorderen und brachte dadurch das komplette Dach, beide Giebel und einen Teil der Wand zum Einsturz. Selbst das Balkongeländer wurde dahingerafft und unter dem herabfallenden Schutt begraben. Da ich ziemlich nah am Haus stand, ging ich schnell ein paar Schritte rückwärts – nicht, dass jetzt auf einmal das ganze Haus einstürzte… Mein Schwager, der gerade gekommen war, behauptete hinterher, ich hätte ziemlich erschrocken ausgesehen – ich bestreite das natürlich ;-) . Ich wollte halt nur keine herabstürzenden Steine abbekommen. Die Videokamera hatte ich natürlich immer auf das Haus gerichtet und freute mich total, diesen spektakulären Anblick gefilmt zu haben – vor allem, da Herr Kathrinville diesen verpasst hatte. Leider kam es, wie es kommen musste: Abends beim Sichten der Videos stellten wir fest, dass zwar sonst jede erdenkliche Aufnahme geglückt war, aber ausgerechnet diese nicht. Ich hatte wohl versehentlich einmal zu oft auf den Start/Stop-Button gedrückt. Darüber ärgere ich mich jetzt noch. Dies ist daher das nächste Bild: Abriss Auch von der gegenüberliegenden Seite sah das Haus mit dem halbabgebrochenen Giebel und den Rissen über den beiden Fenstern jetzt schon deutlich anders aus. Ich wartete immer darauf, ob die Risse sich wohl vergrößern und ein Stück der Wand zum Einsturz bringen würden, aber dieser Zustand blieb so, bis der Bagger an dieser Stelle aktiv wurde. Abriss In der Mittagspause des Baggerführers fuhr ich schnell hoch zum Waldrand und knipste den aktuellen Stand der Dinge: Abriss Abriss Bei der Rückkehr ein Blick von vorne: Abriss Und dann war auch die Baggerkralle schon wieder zu sehen (irgendwie sieht das ja schon ein bisschen bedrohlich aus, finde ich): Abriss Derweil es auf der anderen Seite schon wieder ziemlich staubte: Abriss Ungefähr in diesem Stadium kam eine Nachbarin zum gucken (nicht die erste…) und war ganz überrascht, dass hier ja schon fast alles weg war – von vorne sah das Haus ja auch noch recht “moderat zerstört” aus. Abriss Abriss Abriss Abriss Abriss Abriss Abriss Abriss Abriss Abriss Sehen Sie hier: Schuttberg an Schäfchenhimmel. Abriss Nach großem Krach am Dach… Abriss Abriss Abriss … kam endlich auch der Wasserschlauch so richtig zum Einsatz: Abriss   Mannomann, sind das viele Bilder. Ich glaube, um den Schutz unserer Privatsphäre (oder wie auch immer man das nennen soll) brauche ich mir keine Gedanken zu machen. So langweilig, wie das hier ist, guckt sich das außer uns und unserer Familie ohnehin keiner an ;-) . Aber das macht nichts. Für uns selbst ist diese Bilderfolge superspannend, darum poste ich einfach so viele Bilder wie ich will. Trotzdem schicke ich das hier jetzt erst mal ab. Wie Tochter Nr. 1 sagen würde: “Der Rest für moooaagn.” (oder für die nächsten Tage).   Viele Grüße aus den Tiefen meiner Abrissordner, Kathrin

Ein Abschied und ein Neubeginn. Abriss Teil I.

Ich hatte es ja im letzten Post schon angedeutet: Herr Kathrinville und ich haben uns vor einiger Zeit entschlossen, ein neues Haus zu bauen. Unser jetziges ist zwar auch sehr schön (und ich vermisse es jetzt schon ein bisschen, wenn ich daran denke, dass es bald jemand anderem gehört), aber aus beruflichen Gründen bot sich ein Ortswechsel an. Und so standen wir vor der entscheidenden Frage, die alle, die nicht mieten wollen, für sich beantworten müssen: Kaufen oder bauen? Grundsätzlich lieben wir beide Altbauten (natürlich nur die sanierten, nicht die zugigen und abgewrackten), also bot sich eigentlich ein “gebrauchtes” Haus an. Aber nachdem wir den Immobilienmarkt ein wenig beobachtet hatten, kamen uns die angebotenen Häuser irgendwie alle überteuert vor. Und so richtig verliebt haben wir uns auch in keins. Und ich finde, bei einem Hauskauf muss es (ähnlich wie beim Brautkleidkauf ;-) ) einfach “klick” machen. Es soll ja schließlich ein Haus “für immer” sein (und außerdem ist das ja auch ein unvorstellbarer Haufen Geld, den man da ausgibt), also sollte einem das Haus vom Grundsatz her schon ziemlich gut gefallen. Kleinigkeiten kann man natürlich immer ändern, aber das Grobe muss schon passen. das war aber bei keinem Haus der Fall. Tja, und so bauen wir nun neu. Wir finden es gut – immerhin kann man alles von vornherein mitentscheiden und sich ganz genau so aussuchen, wie man es gerne hätte. Äääh, ich korrigiere: Kann man dann, wenn es ins Budget passt. Und damit wären wir beim Nachteil des Bauens: Seitdem wir wissen, wie unglaublich hoch die Baukosten geworden sind (seitdem Bauherren so günstige Zinsen bekommen…), kommen uns die damals angebotenen Altbauten dann doch nicht mehr so teuer vor. Aber sei’s drum. Jetzt sind wir mitten drin und auch zufrieden mit dieser Entscheidung.

Nun brauchten wir also ein passendes Grundstück. In der Stadtrandlage, die es für uns sein sollte, gibt es nur noch wenige Baulücken. Viele davon sind zur falschen Seite gelegen, haben die Sonne also auf der Hauseingangsseite und nicht auf der Rückseite, wo man ja im Normalfall die Terrasse plant. Ich wollte das Grundstück gerne möglichst groß; Herr Kathrinville dachte bereits mit Grauen an den dann zu pflegenden Garten. Möglichst leise sollte es sein, trotzdem natürlich nicht zu weit ab vom Schuss. Als wir drei Grundstücke im Visier hatten, die wir mal näher unter die Lupe nehmen wollten, machten meine Eltern uns plötzlich einen Vorschlag. Direkt neben ihrem eigenen Haus stand das ehemalige und mittlerweile ziemlich baufällige Haus meiner Großeltern, in dem nach deren Tod nun Mieter sowie meine Tante mit meinem Cousin lebten. Einzelheiten lasse ich mal weg – die Quintessenz: Wir konnten es erwerben und abreißen lassen, um an dieser Stelle neu zu bauen. Damit hätten wir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gerechnet und ich wusste auch erst nicht so recht, ob ich das überhaupt wollte. Auch für meine Mutter war es eine schwierige Vorstellung, mitzuerleben, wie ihr Elternhaus abgerissen würde. Ich glaube, das ist umso schwerer, wenn die Eltern nicht mehr da sind – dann geht auch das letzte große sichtbare Materielle. Und für meine Tante und deren Kinder war es natürlich noch viel viel schwerer. Letztlich hat meine Tante aber zusammen mit ihrem Sohn nun eine neue, moderne und bessere Wohnung gefunden und wir haben uns tatsächlich dazu entschieden, das alte Haus abreißen zu lassen. Echt erstaunlich bei mir, die ich mich unglaublich schwer trennen kann – ob von Dingen, Menschen, Orten oder Situationen. Aber das alte Haus war ein Fass ohne Boden. Als dort vor über 20 Jahren ein Wintergarten angebaut wurde, wurde wohl versehentlich eine wasserführende Schicht angebohrt und seitdem gab es dort ein riesiges Wasserproblem. Trotz nachträglich gelegter Drainage und allem Drum und Dran gab es bei starkem Regen Tage, an denen das Wasser ungelogen einfach so durch die Kellerwand floss wie aus einem Wasserhahn. Und im Laufe der Jahre geht das an die Substanz. Auf deutsch gesagt: Irgendwann gammelt einem das Haus einfach so unter dem Hintern weg. Dazu kamen diverse anstehende Reparaturen, eine irgendwann zu ersetzende Heizung, ein irgendwann zu erneuerndes Dach und so weiter und so fort. Deshalb entschieden wir uns (ich schweren Herzens) für den Abriss.

So sah das Haus im letzten Jahr noch aus. Man sieht schon ein wenig, dass es nicht mehr das allerneueste ist, aber dadurch, dass es noch bewohnt war, geht es rein optisch noch, finde ich. Und was man natürlich auch nicht sieht, ist die marode Substanz.

Von der Seite:

altes_Haus_2013

Von vorne:

Vorderansicht_altes_Haus

 

Letzte Woche Donnerstag war es dann soweit: Der Bagger rollte an. Meine Eltern waren – zum Glück für meine Mutter und zum Unglück für meine Vater, der den Abriss gerne gesehen hätte – im Urlaub, hatten uns aber ihr Haus zum Gucken zur Verfügung gestellt. Und so stand ich morgens um zehn vor sieben aufgeregt und mit gemischten Gefühlen mit sämtlichen verfügbaren “Aufnahmegeräten” (Fotokamera, Videokamera und Handy) im Anschlag im Garten und machte noch ein paar letzte Aufnahmen vom alten Haus:

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Dann ging ich noch mal durch alle Räume, um mich ein letztes Mal vom Haus zu verabschieden. Das hört sich vielleicht etwas albern und sentimental an, aber irgendwie hatte ich das Bedürfnis danach. Dieses Haus wurde Ende der 20er Jahre von meinen Urgroßeltern gebaut; sie und ein Onkel meiner Mutter haben dort bis an ihr Lebensende gewohnt, ebenso wie meine Großeltern. Meine Mutter und ihre beiden Geschwister wurden dort geboren und sind dort aufgewachsen, meine Großeltern sind beide in diesem Haus gestorben, meine Tante hat dort mit ihrer Familie gelebt. Fast meine ganze Kindheit und Jugend lang habe ich neben diesem Haus gewohnt – das vierte Foto (und im so ähnlich auch das erste Foto) ist der Blick aus meinem alten Kinderzimmer. Ich kann mich an unzählige Momente dort bei meinen Großeltern erinnern. Fast alle meine Erinnerungen an meine Großeltern sind auch irgendwie mit ihrem Haus verknüpft. Ich musste daran denken, wie viel Arbeit mein Opa und in den letzten Jahren auch mein Vater in dieses Haus gesteckt haben (und von meinem Uropa nehme ich es einfach mal ebenfalls an) und ich fühlte mich ganz komisch, das jetzt abreißen zu lassen. Ein so altes Haus mit all dem, was darin passiert ist. Aber auf der anderen Seite war es eben einfach auch ziemlich kaputt und es ist doch auch ein wunderschöner Gedanke, dass dort jetzt etwas Neues entsteht und dass ein jüngerer Teil derselben Familie an derselben Stelle weiterlebt.

Ein bisschen komisch wurde mir ganz zum Schluss, als ich die Haustür schloss und den noch dort befindlichen Segen der Sternsinger aus dem Jahr 2013 sah. Immerhin heißt das ja übersetzt “Gott schütze dieses Haus”. Darf man das dann abreißen?

Segen der Sternsinger an der Eingangstür

 

Zu spät. Ich hörte schon den Bagger den kleinen Weg zu unserem Grundstück hochfahren.

Das war ein Spektakel: Dieser riesige Bagger auf dem schmalen Weg. Ich dachte, der passt da NIE durch und sah im Geiste schon die Vorgärten der Nachbarn zerstört und das Nachbarschaftsverhältnis auf ewig im Eimer. Kurz überlegte ich, ob die Bauversicherung, die wir gerade abgeschlossen hatten, wohl schon wirksam war (war sie, aber sie deckt den Abriss nicht mit ab).

Bagger auf schmalem Weg

 

Aber – oh Wunder – es klappte ohne Schäden.

Um den Asphalt nicht zu beschädigen, wurde der Bagger von mehreren Männern begleitet, die alte Autoreifen vor die Ketten des Baggers zu legten, sie hinterher wieder aufhoben und sie dann wieder nach vorne trugen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Aber sehr clever. Und eindrucksvoll. Die ganze Nachbarschaft beobachtete die Einfahrt des Riesen.

Bagger

 

Nachdem die Männer vom Abrissunternehmen kurz vor Ort die Lage gecheckt hatten und noch einmal gemeinsam mit mir im Haus waren (mein allerletzter Besuch im Haus war daher nicht so sentimental – der Baggerführer: “Sie können ruhig abschließen. Ich mache die Tür schon wieder auf.”), ging es auch schon los. Da wurde nicht lange gefackelt. Ich war nur eine Viertelstunde weg, um mich um die Kinder zu kümmern, und zack, schon war das Dach der alten Scheune (alias Garage) fast weg.

Abriss Scheune

Das ging übrigens sehr filigran vonstatten: Ich hatte ja rohe Gewalt erwartet, aber der Baggerführer nahm die Dachbalken einzeln wie mit einer Pinzette heraus und sortierte direkt Holz zu Holz, später dann Metall zu Metall, Dämmwolle zu Dämmwolle und so weiter.

Brutal war es natürlich trotzdem; immerhin wurde da ein Gebäude komplett abgerissen. Und es dauerte vielleicht eine Dreiviertelstunde, dann war die Scheune Geschichte.

Abriss

Abriss Scheune

 

Nachdem die Scheune so ziemlich weg war, musste ich wieder für etwa eine Viertelstunde verschwinden, und als ich wiederkam, bot sich mir dieses Bild:

Abriss Haus

Das ging ja Schlag auf Schlag!

Ich ärgerte mich etwas, weil ich den ersten Hieb auf das Haus doch so gerne gesehen hätte, aber nun war es zu spät.

Abriss Haus

IMG_6426

Von der Seite sieht das Dach bislang nur ein bisschen angeknabbert aus…

Abbruch Haus

Aber dann zog der Bagger einen Stützbalken heraus… und… broooooochhhhhh:

Abbruch Haus

Das war jetzt auch von dieser Seite mehr als nur ein bisschen angeknabbert:

Abbruch Haus

Nun ging es richtig an’s Eingemachte. Dass die Scheune abgerissen wurde, war ja noch okay (auch wenn ich selbst mit dieser Scheune noch ein paar lustige Geschichten verknüpfe). Aber diese große Baggerkralle, die die einzelnen Zimmer zerstörte, war irgendwie doch noch was anderes. Das ist ein ziemlich seltsames Gefühl, wenn man eine Pranke die Badezimmerwand durchbrechen sieht und man plötzlich von der Wiese aus direkt auf die Wandfliesen blicken kann (die ich übrigens sehr retromäßig stylisch finde). Und im nächsten Moment nimmer der Bagger dann den kompletten Fliesenspiegel, bricht ihn mitsamt Wand aus dem Gebäude und wirft ihn auf den Schutthaufen. Ein Häufchen Elend.

Abbruch Haus

Abbruch Haus

Abriss, schwarzer Fliesenspiegel

Abriss, schwarzer Fliesenspiegel

Abriss, schwarzer Fliesenspiegel

Abriss, schwarzer Fliesenspiegel

Abriss, schwarzer Fliesenspiegel

Und die Badezimmertür gleich hinterher.

Abriss, Badezimmertür in der Klaue des Baggers

Ich habe so oft auf den Auslöser gedrückt, wie meine Kamera es erlaubt hat. Aus manchen Bildfolgen könnte man glatt ein Daumenkino machen. Aber ich bin froh drüber – schließlich ist das ja tatsächlich etwas Unwiederbringliches und Unwiederholbares.

Abriss

 

Abriss

Abriss

Abriss

Abriss

Abriss

Abriss

 

Und die letzte Außenwand des Anbaus muss gehen:

Abriss

Abriss

Abriss

 

Was mich ein wenig angerührt hat, ist die mit der verrückten Tapete verzierte Wand, die auch auf dem nächsten Bild gut zu sehen ist. Sie befand sich in einem Einbauschrank im Eingangsbereich, in dem neben dem Sicherungskasten vor allem Besen und dergleichen untergebracht waren. Bevor meine Großeltern in den 80ern neue Fliesen bekamen, standen dort nach meiner Erinnerung auch die Bohnerutensilien meiner Oma. Von gebohnerten Böden war ich als Kind total fasziniert… Da man das Schrankinnere im Normalfall nicht sah, hatte hier drinnen wohl seit den 60er oder 70er Jahren niemand neu tapeziert. Beim Abriss war der Wandschrank schnell weg, aber die tapezierte Wand dahinter sah man noch sehr lange. Bei ihrem Anblick musste ich die ganze Zeit an Fotos meiner Oma aus den 70ern denken…

Abriss

 

Von der anderen Seite passierte nun Folgendes (ich wollte unbedingt festhalten, wie die Wand aus Glasbausteinen links neben der Tür hinter dem Holzding fällt, aber ich glaube, das habe ich gefilmt und nicht fotografiert. Es ging jedenfalls unglaublich schnell und plötzlich lagen die Glasbausteine einfach so rum):

Abriss

Sieht das nicht aus, als würde ein Riesenroboter ein Stückchen aus dem Haus rausbeißen?

Abriss

Abriss

Abriss

 

Und da war’s an diesem ersten Tag. Um kurz nach 16 Uhr war der komplette Anbau des Hauses weg.

Herr Kathrinville ärgerte sich ein wenig, als er eine Stunde später von der Arbeit kam, dass er alles verpasst hatte. Aber am nächsten Tag hatte er glücklicherweise frei und konnte den ganzen Tag lang gucken.

Aber davon ein schreibe ich im nächsten Post – diesen monsterlangen Post schicke ich jetzt erst mal ab.

 

Staubige Grüße von der Baustelle,

Kathrin

 

Wieder da.

Kamille, Mohn und Gräser

Kamille, Mohn und Gräser

 

Mein Blog hat mich wieder. Vorläufig zumindest…

Über ein Jahr ist seit meinem letzten Beitrag vergangen. Und in dieser Zeit ist in meinem Offline-Leben unglaublich viel passiert. Eine Hochzeit, ein spannender aber fordernder Beruf, eine schwierige Schwangerschaft mit gutem Ausgang und einem wunderbaren Kind, eine sehr ausgiebige Hausplanung und so einiges mehr. Eigentlich habe ich gar keine Zeit zum bloggen. Und eigentlich war mein Blog auch vor meiner Pause noch gar nicht so richtig ans Laufen gekommen und ich bin mir gar nicht sicher, ob es sich lohnt, ihn an dieser Stelle fortzuführen. Aber irgendwie höre ich ihn rufen, meinen Blog. Erst leise. Und in letzter Zeit immer lauter.
Ich weiß noch nicht so genau, wohin die Blogreise uns führen wird – meinen Blog und mich. Aber ich mach’s jetzt einfach mal.

Mein Vorsatz geht ein bisschen gegen meinen latenten Hang zum Perfektionismus: Ich habe mir nämlich vorgenommen, nichts zu planen, sondern einfach zu machen. Ich werde jetzt nicht an meinem Header rumbasteln, der mir nicht (mehr) so richtig gefällt, ich werde keine Plugins installieren, die ich nicht so richtig verstehe und ich werde auch sonst vorerst nicht am Design herumoperieren. Es juckt mir zwar in den Fingern, aber wenn ich das mit meinem… sagen wir mal… Zehntelwissen (Halbwissen wäre nämlich extrem übertrieben)… täte, käme ich niemals zu schreiben. Und das ist es, was ich jetzt vorhabe: Einfach mal schreiben. Und Fotos zeigen. Ich will einen Blog im wahrsten Sinne des Wortes schreiben. Ein Weblog. Ein Tagebuch im Internet. Zum Nachlesen für mich und für die Menschen, die gerne an meinem/unserem Leben teilhaben möchten. Alles werde ich nicht schreiben; vieles werde ich im Privaten halten. Aber einiges möchte ich gerne mit denen teilen, die ich mag und die leider zu weit weg wohnen, um unser Leben “live und in Farbe” mitzuerleben. Ob mein Blog zum Hausbau-Blog mutiert oder zum Mami-Blog oder zum Garten-Blog oder zum Interior-Blog oder zum DIY-Blog oder zu irgendetwas ganz anderem, weiß ich noch nicht. Das wird sich zeigen. Ich fange jetzt einfach mal wieder an…

 

Im Moor {vom Knaben keine Spur}.

Moor. Meine bisherigen Assoziationen damit waren eher gruseliger Natur. Ohne nähere Kenntnisse (ich war bislang noch nie im Moor) lief mir beim Wort Moor immer ein leichter Schauer über den Rücken. Nebelschwaden, die über eine sumpfige Ebene wabern. Wege, die man kaum erkennt – aber nur ein falscher Schritt, und versinkt man im Morast und kann sich nie wieder herausziehen (es sei denn, man heißt Münchhausen). Menschen, die auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Rothaarige Moorleichen, die 3000 Jahre alt sind. Die Moorsoldaten. Und natürlich “Der Knabe im Moor” von Anette von Droste-Hülshoff:

Oh schaurig ists übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ists übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!

(…)

Und besonders schön schaurig:

Da birst das Moor, ein Seufzer geht
Hervor aus der klaffenden Höhle;
Weh, weh, da ruft die verdammte Margret:
“Ho, ho, meine arme Seele!”
Der Knabe springt wie ein wundes Reh;
Wär nicht Schutzengel in seiner Näh,
Seine bleichenden Knöchelchen fände spät
Ein Gräber im Moorgeschwele.

Tja. Und dann war ich neulich erstmalig in meinem Leben tatsächlich im Moor. Meine Hunter Boots im Gepäck. Und das Multitool griffbereit, um etwaige Angriffe etwaiger untoter Moorleichen mit grünlichen, spinnenbeinartigen Fingern abzuwehren.

Und was war? Nix war. Strahlender Sonnenschein. Idylle pur.

weites Land im Dipholzer Moor

Waldweg in der Diepholzer Moorniederung

 

So wirkte es wenigstens auf den ersten Blick. Wenn man genauer hinsah, konnte man erahnen, dass der Boden doch nicht die sanfte grüne Wiese war, die man vermutete:

Diepholzer Moorniederung

 

Und wenn man sich in die andere Richtung drehte, sah es trotz des strahlenden Sonnenscheins auch schon ein wenig finsterer aus.

Diepholzer Moorniederung

 

Und irgendwie fand ich es auch unglaublich, dass mitten im Land so viel Land ist… Also, wir befanden uns mitten in Niedersachsen, da sollte man doch meinen, dass da in Sichtweite irgendwo immer menschliche Behausungen sind. Immerhin gab es Windräder als Zeichen der Zivilisation (die sieht man aber auch nur, weil ich das Foto von einem Aussichtsturm mit dem Teleobjektiv aufgenommen habe).

Diepholzer Moorniederung

 

Irgendwie war mir aber immer noch nicht richtig schaurig zumute.

Das änderte sich auch nicht, als wir an eine andere Stelle fuhren, an der von der von Bodelschwinghschen Stiftung Bethel eine Rinderzucht betrieben wird.

Moor in Freistatt

 

Wenn ein Rind dort nicht versinkt, wird doch auch kein Knabe versinken, oder?

Aber wer weiß, vielleicht waren die Rinder ja auch nur eine Fata Morgana? Aus der Nähe gesehen habe ich sie jedenfalls nicht…

Rinder im Moor

Rinder im Moor

schiefer Turm im Moor in Freistatt

Diepholzer Moorniederung

 

Aber dann. Zwar immer noch kein Nebel in Sicht. Dafür aber Sumpf. Quasi die Everglades von Niedersachsen.

Sumpf

 

Fehlte nur noch ein klitzekleiner Alligator.

Sumpf im Diepholzer Moor

 

Ich bin mir sicher, dass der (also der Alligator) hinter der einen Birke da hinten links lauerte.

Aus Angst schickte er nur seinen Kollegen vor. Der Feigling.

Frosch im Sumpf

 

Idyllisch war es aber trotzdem. Besonders das zweite Bild aus dem Sumpf mag ich sehr. Und in natura sah es noch viel schöner aus. Am liebsten hätte ich mir einen Liegestuhl aufgestellt und ein paar Stündchen lang einfach nur geguckt.

Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass die ganze Kulisse bei Regen, Sturm, Nebel, Schnee doch ganz schön bedrohlich wirkt. Und ja auch bedrohlich ist. Denn so nett es hier auch wirkt – ich befürchte, aus dem Sumpf kommt man tatsächlich nicht so schnell raus.

Die lustigen weißen Puschel sind übrigens Wollgräser. Sind die nicht hübsch?

Wollgras

Moor - Wollgras und Birken

 

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens gelernt, dass Birken, die sich im Übrigen mit als erste auf gerodeten Moorflächen aussähen, eigentlich Unkraut sind. Mal wieder unnützes Wissen angehäuft ;). Wer weiß, an welcher Stelle man das noch mal schlau daherpalavernd gebrauchen kann (außer hier ;) ).

Moor - Wollgras und Birken

 

Was ich ja (neben Moor im Nebel) ein bisschen gruselig finde, sind fleischfressende Pflanzen. Nicht nur, dass ich meine Extremitäten in Gefahr sehe – ich finde es auch äußerst unschön, mit ansehen zu müssen, wie ein Insekt genüsslich vertilgt wird. Brrrrr.

Und passend zum – Sonne bitte wegdenken und stattdessen Nebelschwaden vorstellen – unwirtlichen Ort wimmelt es im Moor auch nur so vor ebendiesen solchen. Dort, wo wir waren, gab es massenhaft rundblättrigen Sonnentau. Hübsch anzusehen, aber irgendwie schaurig. Leider hat der nette Mann vom BUND, der uns herumgeführt hat (Achtung, es sind seine Fingernägel, nicht meine), nur ein winzigkleines Exemplar aus dem Sumpf herausgeholt – zu gerne hätte ich Euch die Moooooonsterpflanze präsentiert, die ganze Kühe auf einmal verspeist…

rundblättriger Sonnentau - eine fleischfressende Pflanze

 

Tja, und zum Schluss sah ich dann noch die unschöne Seite des Moores. Keine rothaarige Moorleiche, nein. Sondern Torfabbau. Das Unternehmen, das wir besuchten, baut den Torf zwar nach eigener Aussage sehr schonend ab und kümmert sich auch um die Linderung der (selbst verursachten) negativen Folgen. Aber trotzdem: In wenigen Jahren wird hier abgebaut, was über Jahrtausende gewachsen ist. Und einmal weg ist immer weg.

Torfabbau

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Sowas kann ich gar gut haben.

Dann doch lieber trügerische Mooridylle…

trügerische Mooridylle

 

Wer weiß, vielleicht ist das Tückische am Moor ja gerade dessen Schönheit, die einen verleitet, auf eine Wiese zu treten, die in Wirklichkeit gar keine ist? Und dann: Spinnenfinger, Sumpf, Moorleiche. Ihr wisst schon…

 

Schaurige Grüße,

Kathrin

Ich ess Blumen… {Erdbeer-Holunderblüten-Konfitüre}

Neben den Holunderblütenmuffins reichte meine zarte weiße Beute noch für ein weiteres Rezept. Im Kopf hatte ich zwar noch die ausgefallensten Variationen, aber da es schnell gehen musste, entschied ich mich für babyeierleichte und hopseschnell gekochte Erdbeer-Holunder-Konfitüre.

Erdbeer-Holunder-Konfitüre

 

Wer schon einmal Marmelade/Konfitüre/Gelee/Fruchtaufstrich gekocht hat, weiß: Das ist kein Zauberwerk. Genaugenommen ist es wirklich kinderleicht. Wichtig sind nur zwei Dinge:

  1. ausschließlich gutes, reifes Obst ohne Druckstellen (und in diesem Fall auch frische, unversehrte Holunderblüten) verwenden. Je leckerer das Obst, desto leckerer die Konfitüre.
  2. nur Marmeladengläser benutzen, deren Deckel wirklich schließt. Und die Gläser vor der Benutzung auskochen. Sonst kann die Konfitüre schimmeln.

Für etwa vier bis fünf Gläser Konfitüre braucht Ihr:

  • 1 kg Erdbeeren
  • 500g Gelierzucker 2:1
  • 2 Päckchen Vanillezucker (oder natürlich echte Vanille, wenn vorhanden)
  • 1 EL Zitronensaft
  • einen Schuss Holunderblütensirup
  • ca. 5 Holunderblütendolden

Erdbeer-Holunderblüten-Konfitüre

 

Und so geht’s:

  • Die Erdbeeren waschen, das Grün abschneiden und die Erdbeeren in kleine Stücke schneiden.
  • Die Erdbeerstücke zusammen mit dem Gelierzucker und dem Vanillezucker in einen Topf geben und zugedeckt ca. 30 Minuten ziehen lassen.
  • Die Holunderblüten ausschütteln, von den Dolden zupfen (auf keinen Fall waschen!) und zunächst beiseite stellen
  • Den Zitronensaft und den Holunderblütensirup zu den Erdbeeren geben und das Gemisch unter Rühren aufkochen.
  • Wer die Konfitüre eher homogen haben möchte, püriert die Erdbeeren; wer lieber größere Stückchen hat, lässt sie so.
  • 2 Minuten lang unter Rühren sprudelnd kochen lassen.
  • Die Holunderblüten vorsichtig unterrühren und die Konfitüre eine weitere Minute lang sprudelnd kochen lassen.
  • Mit einem Löffel den Schaum von der Konfitüre schöpfen (der schmeckt nicht – ich habe ihn probiert).
  • Die Konfitüre noch heiß in die ausgekochten Gläser füllen. Die Gläser sofort zudrehen und auf den Kopf stellen (dadurch entsteht ein Vakuum). Nach etwa einer Stunde können die Gläser wieder umgedreht werden (vielleicht auch eher, aber sicher ist sicher  ;) ).
  • Auf ein frisches Brötchen streichen und… hmmmmm…

Erdbeer-Holunderblüten-Konfitüre

 

Die Konfitüre funktioniert natürlich auch ohne Holunderblüten. In dem Fall würde ich vielleicht einfach ein bisschen mehr Holunderblütensirup hinzufügen – dann hat man auch ein bisschen was von dem Holunderblütengeschmack.

 

Zuckerverklebte Grüße,

Kathrin