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Das Erdgeschoss {Woche 4 und 5}

Huiuiui, jetzt sieht es schon richtig nach Haus aus!

Nachdem die Kellerdecke drauf war, wurden ziemlich zügig auch die Erdgeschosswände gemauert:

Rohbau - Erdgeschosswände

Rohbau - Erdgeschosswände

Rohbau - Erdgeschosswände

Ein sehr stolzer Besuch der Bauherrin (warum heißt das eigentlich nicht Baudame???) auf der Baustelle (wie man sieht, bin ich direkt nach der Arbeit gekommen – das sind eigentlich nicht die Klamotten, in denen ich üblicherweise in einem Rohbau rumlaufen würde):

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Am nächsten oder übernächsten Tag wurde auch schon der Sand angefüllt und verdichtet, so dass das Haus-to-be jetzt nicht mehr in einer Baugrube steht, sondern richtig ebenerdig zu erreichen ist. Super! Es geht in großen Schritten voran.

 

Da wir aufgrund der leichten Hanglage bei Starkregen ziemlich mit Wasser zu kämpfen haben werden, wollten wir am rückwärtig gelegenen Kellerfenster vorsichtshalber eine Drainage legen lassen. Der Unternehmer, bei dem diese beauftragt war, hat seinen Job wohl ein bisschen zu ernst genommen und direkt an allen Kellerfenstern einen entsprechenden Anschluss gelegt. Das wäre meiner Meinung nach gar nicht erforderlich gewesen, weil alle anderen Kellerfenster überirdisch liegen. Aber sei’s drum. Schaden wird es nicht.

Hier sieht man die Drainagerohre:

Drainage

Bild unten: Finde den Fehler…

Rohbau

Okay, ich löse es auf: Wie man auf den Bildern von Woche 3 erkennen kann, befindet sich unter dem hier links zu sehenden Fenster das Kellerfenster mit den „Sprossen“. Tja, und äääh… die Aussicht aus diesem Fenster ist jetzt ziemlich sandig.

Unser Generalunternehmer hatte vergessen, einen Kellerschacht zu bestellen, so dass jetzt erst mal eine Platte vor dem Kellerfenster angebracht und der Sand dann auch an dieser Stelle verfüllt und verdichtet wurde. Ich gehe einfach mal davon aus, dass das so schon seine Richtigkeit hat. Er hat den Schacht jetzt wohl bestellt und wenn dieser da ist, muss man die Stelle eben wieder ausschachten.

 

Ebenfalls behoben werden mussten Kleinigkeiten bei den Fenstern:

Als ich das Gäste-WC betrat, war ich etwas schockiert: Das Fenster war so hoch oben, dass ich (bei einer für eine Frau wirklich durchschnittlichen Körpergröße von 1,68 cm) es nicht hätte öffnen können, ohne auf einen Hocker zu steigen. Das kann ja nun wirklich nicht richtig sein!  Offenbar war es im Bauplan so eingezeichnet – das konnten wir daraus aber nicht erkennen und ist es weder durch die beiden Architekten noch durch den Bauleiter je thematisiert worden. War aber kein Problem: Da wir es so frühzeitig ansprachen, konnte es direkt geändert werden. Wir hatten zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Entweder konnte ein Sturz eingebaut und das Fenster samt Rollladenkasten ein Stück tiefer eingesetzt werden oder das Fenster würde einfach nach unten hin verlängert. Herr Kathrinville visualisierte schnell beide Möglichkeiten mit SweetHome3D (übrigens ein tolles kostenloses Programm) und wir stellten fest, dass Möglichkeit 1 komisch aussah. Also entschieden wir uns für Möglichkeit 2 – die Vergrößerung des Fensters. Der Bauleiter war froh darüber – das war nämlich die einfachere Variante.

Außerdem stellten wir fest, dass die beiden Küchenfenster (eins zum Weg hin und eins zum Garten) verschieden hoch waren. Sehr merkwürdig! Auch das war nie thematisiert worden und es war auch überhaupt kein Grund dafür ersichtlich. Es wirkte auch unharmonisch. Aber auch das wurde direkt am nächsten Tag geändert.

 

Am nächsten Tag wechselte das Haus von weiß auf rot:

Rohbau - Erdgeschoss

Nachdem wir uns anfangs (vor weit über einem Jahr – das war alles ein sehr gründlicher Entscheidungsprozess bei uns…) über alle möglichen Hausbauarten informiert hatten, kristallisierte sich irgendwann heraus, dass wir weder ein Wärmedämmverbundsystem noch Klinker wollten, sondern ein verputztes, gestrichenes zweischaliges Mauerwerk. Dementsprechend bestehen die Wände innen aus 17,5 cm dicken Porenbetonsteinen, dann folgen Mineralwolle und eine kleine Luftschicht zur Dämmung und außen befindet sich eine 11,5 cm dicke Vorsatzschale aus Porotonsteinen.

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Rohbau - Erdgeschoss

 

Anfang dieser Woche war die äußere Schale komplett – und auch die Stütze für unser baldiges Vordach war angebracht:

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Von innen war das Erdgeschoss noch ein recht luftiger Stützenwald. Hier ein Blick von der „Küche“ ins Esszimmer“:

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Vom Eingang einmal quer durch’s Haus ins „Wohnzimmer“:

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Durch die Garderobe ins Gäste-WC (mit zum Glück jetzt bereits vergrößertem Fenster):

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Noch einmal ganz romantisch 😉 : Rohbau im Sonnenuntergang:

Rohbau - Erdgeschoss

 

Und damit sage ich gute Nacht für heute…

 

Jetzt geht’s los!

… und dabei sind wir eigentlich schon mittendrin.

Ich komme nur gar nicht mehr hinterher mit dem posten, weil momentan sooo viel passiert. Nach nur kurzer Babypause musste ich leider schon wieder anfangen zu arbeiten, auch wenn ich am liebsten mindestens ein Jahr Elternzeit genommen hätte. Am allerliebsten sogar zwei. Aber das ging nun mal leider nicht. Glücklicherweise kann Herr Kathrinville ein ganzes Jahr Elternzeit nehmen, so dass die Kinderlein in besten Händen sind.

Kurz vor dem Arbeitsstart wurde Kindlein Nr. 2 getauft. Ein wunderschöner Tag für uns alle (und vielleicht werde ich hier noch davon berichten). Und auch auf dem Bau geht es mittlerweile richtig zur Sache, so dass ich mal wieder viel zu berichten und vor allem viele Fotos zu zeigen habe.

Nachdem das alte Haus abgerissen war, baggerte das Abrissunternehmen absprachegemäß direkt das Loch für den neuen Keller aus. Der Keller des neuen Hauses wird nämlich tiefer als der des alten (der war höchstens 1,80 m tief – mein Vater und Herr Kathrinville mussten darin immer gebückt gehen) und außerdem wird unser neues Haus ein bisschen breiter, dafür aber nicht so tief.

Wir wussten ja, dass es beim alten Haus eine Wasserproblematik gab – das war ja auch einer der Hauptgründe für den schlechten Zustand der Bausubstanz – aber trotzdem waren wir nicht übermäßig begeistert, als unsere frische neue Baugrube (über die wir uns ansonsten sehr gefreut haben) sich in einer Ecke mit Wasser füllte:

Baugrube

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Das bedeutete nämlich zusätzliche Kosten: Eine Grundwasserabsenkung war uns in satter vierstelliger Höhe in Aussicht gestellt worden. Aber das Wasser war ja nunmal da und musste irgendwie weg.

Baugrube

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Letztlich wurde in sogenannter offener Wasserhaltung gearbeitet: An einer Seite wurde die Grube noch ein wenig verbreitert und auch ein wenig tiefer ausgeschachtet, so dass sich das Wasser dort sammeln konnte und von dort aus abgepumpt wurde. Mittlerweile wurde in der im oberen Bild zu sehenden Ecke oben rechts ein Brunnenschacht gebaut, aus dem das Wasser jetzt abgepumpt wird.

Der ausgeschachtete Mutterboden wurde übrigens komplett abgefahren und entsorgt, was direkt das zweite Ärgernis darstellte. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich davon null Ahnung habe, aber uns wurde gesagt, der Boden sei von einer solchen Beschaffenheit (lehmig? Ich weiß es schon gar nicht mehr genau), dass es unmöglich ist, ihn nach einem etwaigen Anfüllen wieder ordnungsgemäß zu verdichten. Das ist blöd, denn so müssen wir sowohl für die Abfuhr und Entsorgung zahlen als auch demnächst neuen Boden ankaufen. Aber auch das ist mal wieder ein klassischer Fall von „Wat mutt, dat mutt“.

 

Aber dann wurde es wieder spannend. Unser neues Haus wurde zum ersten Mal erahnbar: Mit Holzlatten wurde der Kellerabriss abgesteckt, sodann wurde der Boden mit Folie ausgelegt und es kamen massenhaft Eisenplatten hinein. Soll ja schließlich ein paar Jährchen halten.

Kellersohle, Stahlplatten

Hier sieht man übrigens unseren neuen Brunnenschacht (auf den wir gerne verzichtet hätten…):

Baugrube, Stahlmatten, Brunnenschacht

Und dann ging es los: Vier große LKW mit Beton versperrten eine halbe Stunde lang die Straße und warteten auf den Wagen mit dem Schlauch, der noch auf einer anderen Baustelle gebraucht wurde. Und das am Freitagnachmittag. Aber irgendwann war er da.

Beton kommt

Und das war das Ergebnis dieses Freitagnachmittages – die fertig betonierte Sohlplatte:

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Die Ripsy (also Kind I – diesen Spitznamen erkläre ich bei Gelegenheit an anderer Stelle mal) war der Meinung, das sei Wasser. Naja, für eine Zweieinhalbjährige sieht das wahrscheinlich aus wie ein großes Schwimmbecken. Zum Glück ist sie keine große Draufgängerin und brauchte nicht davon abgehalten zu werden, hineinzuspringen.

Da der Beton ja in einem Guss gegossen werden muss (seltsame Formulierung irgendwie), dauerte das Prozedere bis in den frühen Abend hinein. Kurz darauf zeigte sich schon der Mond, und da war die Ripsy ganz furchtbar niedlich. Sie setzte sich ganz alleine mit ihrem Brötchen in der Hand und ihrer lustigen Kapuze (mit Öhrchen dran) auf dem Kopf auf den kleinen Kantstein zum Feld hin, war ganz still und wollte einfach nur den Mond („mein Mond!“) betrachten. Mit zweieinhalb! Ist das nicht süß?

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