Mach’s gut, altes Haus. Abriss Teil II.

Am nächsten Tag ging es bereits vor halb acht weiter mit dem Abriss. Diesmal war auch Herr Kathrinville mit von der Partie und gemeinsam waren wir bis an die Zähne mit Aufnahmegeräten bewaffnet: Smartphones, DSLR, Videokamera. Zunächst der Blick aus meinem alten Kinderzimmer: halbabgerissenes Haus Herr Kathrinville stellte sich dann einen Terrassenstuhl auf den Rasen und filmte mit der Videokamera, während ich die meiste Zeit von allen Seiten aus fotografierte (oder eigentlich immer von da, wo gerade am meisten zu sehen war. Blöd, dass ich meine Hunterboots nicht dabei hatte – die Wiese war nämlich ganz schön matschig). Wegen der Morgensonne im Hintergrund sind die Bilder übrigens teilweise nicht so der Hit – aber da meine neue Maxime ja 80:20 lautet, lasse ich das jetzt mal so unbearbeitet (und auch ohne Wasserzeichen – ich gehe mal nicht davon aus, dass böse Bilderdiebe scharf auf meine amateurhaften Bilder von einem halbabgerissenen Haus sind…). Abriss Abriss IMG_6618 IMG_6619Diesmal hatte der Baggerführer übrigens einen Gehilfen dabei, der teilweise die Materialien sortierte und der vor allem dann, wenn es ganz schlimm staubte, mit dem Wasserschlauch spritzte. Wir wollten ja schließlich nicht die komplette Nachbarschaft weiß tünchen. Abriss IMG_6629 IMG_6630 AbrissAbrissIMG_6633 IMG_6634Und dann nahm er mal eben das Badezimmerfenster raus: IMG_6648IMG_6649Und die Dachrinne: AbrissDanach war mal wieder eine Lage Dachpfannen dran: IMG_6651 Abriss IMG_6653 IMG_6654Hier sieht man noch schön die einzelnen Dachpfannen runterfallen: Abriss Es war wirklich interessant zu sehen, wie der Baggerführer ganz filigran die einzelnen Dachbalken herauszog und sie auf den Haufen mit dem Holz legte, ganz akkurat die Kabel aus der Decke zog und auch (scheinbar) behutsam die Türstürze usw. herausbrach. Einige Kleinteile fielen natürlich trotzdem immer mal wieder durcheinander in den riesigen Schutthaufen vor dem Bagger, weil die Materialien beim ursprünglichen Hausbau ja auch nicht isoliert voneinander eingebaut worden waren. Diese Teile legte der Helfer dann immer mal wieder in die Baggerkralle, die sie dann fein säuberlich auf den jeweiligen Stapel legte. Oh Mann, beim Stichwort Hausbau muss ich in diesem Zusammenhang immer wieder an meinen Uropa denken, der das Haus ja seinerzeit gebaut hat – und an alle Hoffnungen und Wünsche, die mit diesem Haus verknüpft wurden – ganz so, wie meine kleine Familie und ich es ja jetzt auch bei unserem Hausbau tun. Eine furchtbare Vorstellung, das Haus dann jetzt einfach so abreißen zu lassen. Andererseits war das Haus einfach am Ende; sonst hätten wir das ja nicht getan. Abriss Oje, und da sieht man auch wieder die verrückte Tapete aus dem Sicherungs- und Besenschrank meiner Oma. Was sie jetzt wohl denken würde, wenn sie das noch sehen könnte? Ich mag gar nicht dran denken. Ich hoffe, sie hätte Verständnis und fände es schön, dass dort etwas Neues entsteht. Interessant übrigens, was damals als Dämmmaterial für die Decken verwendet wurde. Das erinnert mich irgendwie an diese Balkonverkleidungen aus Bast: Abriss Nach einer kurzen Frühstückspause ging es weiter mit der Abreißerei. Herr Kathrinville, der mit einer längeren Pause gerechnet hatte, saß noch gemütlich am Kaffeetisch und schnitt Tochter Nr. 1 ein Brot klein, aber ich hatte es irgendwie im Gefühl, dass wir uns nicht zu lange Zeit lassen sollten, um nicht die interessantesten Dinge zu verpassen. Und richtig – als ich rausging, ging es dem Haus bereits an den Kragen… äh… ans Dach. Abriss Abriss Ich warf schnell die Videokamera an. Und dann passierte es: Der Baggerführer stieß den hinteren der beiden Schornsteine um; dieser fiel auf den vorderen und brachte dadurch das komplette Dach, beide Giebel und einen Teil der Wand zum Einsturz. Selbst das Balkongeländer wurde dahingerafft und unter dem herabfallenden Schutt begraben. Da ich ziemlich nah am Haus stand, ging ich schnell ein paar Schritte rückwärts – nicht, dass jetzt auf einmal das ganze Haus einstürzte… Mein Schwager, der gerade gekommen war, behauptete hinterher, ich hätte ziemlich erschrocken ausgesehen – ich bestreite das natürlich 😉 . Ich wollte halt nur keine herabstürzenden Steine abbekommen. Die Videokamera hatte ich natürlich immer auf das Haus gerichtet und freute mich total, diesen spektakulären Anblick gefilmt zu haben – vor allem, da Herr Kathrinville diesen verpasst hatte. Leider kam es, wie es kommen musste: Abends beim Sichten der Videos stellten wir fest, dass zwar sonst jede erdenkliche Aufnahme geglückt war, aber ausgerechnet diese nicht. Ich hatte wohl versehentlich einmal zu oft auf den Start/Stop-Button gedrückt. Darüber ärgere ich mich jetzt noch. Dies ist daher das nächste Bild: Abriss Auch von der gegenüberliegenden Seite sah das Haus mit dem halbabgebrochenen Giebel und den Rissen über den beiden Fenstern jetzt schon deutlich anders aus. Ich wartete immer darauf, ob die Risse sich wohl vergrößern und ein Stück der Wand zum Einsturz bringen würden, aber dieser Zustand blieb so, bis der Bagger an dieser Stelle aktiv wurde. IMG_6744 In der Mittagspause des Baggerführers fuhr ich schnell hoch zum Waldrand und knipste den aktuellen Stand der Dinge: Abriss IMG_6786 Bei der Rückkehr ein Blick von vorne: IMG_6812 Und dann war auch die Baggerkralle schon wieder zu sehen (irgendwie sieht das ja schon ein bisschen bedrohlich aus, finde ich): IMG_6824 Derweil es auf der anderen Seite schon wieder ziemlich staubte: IMG_6827 Ungefähr in diesem Stadium kam eine Nachbarin zum gucken (nicht die erste…) und war ganz überrascht, dass hier ja schon fast alles weg war – von vorne sah das Haus ja auch noch recht „moderat zerstört“ aus. IMG_6862 IMG_6863 IMG_6864 IMG_6865 IMG_6870 IMG_6885 IMG_6890 Abriss IMG_6892 IMG_6893 Sehen Sie hier: Schuttberg an Schäfchenhimmel. IMG_6910 Nach großem Krach am Dach… IMG_6924 IMG_6925 IMG_6926 … kam endlich auch der Wasserschlauch so richtig zum Einsatz:  IMG_6991Mannomann, sind das viele Bilder. Ich glaube, um den Schutz unserer Privatsphäre (oder wie auch immer man das nennen soll) brauche ich mir keine Gedanken zu machen. So langweilig, wie das hier ist, guckt sich das außer uns und unserer Familie ohnehin keiner an 😉 . Aber das macht nichts. Für uns selbst ist diese Bilderfolge superspannend, darum poste ich einfach so viele Bilder wie ich will. Trotzdem schicke ich das hier jetzt erst mal ab. Wie Tochter Nr. 1 sagen würde: „Der Rest für moooaagn.“ (oder für die nächsten Tage).   Viele Grüße aus den Tiefen meiner Abrissordner, Kathrin

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