Ein Häufchen Elend. Abriss Teil III (und Ende).

So, damit das hier nicht zu einer unendlichen Geschichte verkommt und ich vor allem auch endlich mal zu den schönen Dingen (nämlich unserem endlich beginnenden Neubau!) kommen kann, zeige ich nun den dritten und letzten Teil des Abrisses.   Jetzt ging es auch dem hinteren Giebel an den Kragen. Wenn ich mich auf meinem Computer durch die Bilder klicke, ist es fast wie ein Film. Das geht beim Runterscrollen natürlich leider nicht so gut. Aber ich finde es trotzdem krass, wie man die einzelnen Wandteile fallen sieht (z. B. auf dem dritten, fünften und sechsten Bild).

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Da wird schön

ordentlich das Fenster heraussortiert…

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Abriss IMG_7009 Bei diesem Anblick muss ich sogar jetzt noch ein wenig schlucken: Abriss Und wieder auf die andere Seite: IMG_7115 So (Bild unten) sah der Holzberg zu diesem Zeitpunkt aus. Im oberen Teil sieht man einen Teil der schönen alten Treppe, deren Geräuschkulisse meine Oma (und später auch die unten wohnenden Mieter) so manches Mal wahnsinnig gemacht hat, wenn meine Cousine und mein Cousin als Kinder wild darüber gepoltert sind. Ich hatte mir im Vorfeld gar keine Gedanken darüber gemacht, dass die Treppe fast als Ganzes herausgebrochen werden und dann auf einem Schutthaufen enden würde (zumindest bis zu ihrem Abtransport). Überhaupt hatte ich mir den Abriss ganz anders vorgestellt – wobei ich gar keine wirklich konkreten Vorstellungen hatte. Ich dachte irgendwie, erst würde mit roher Gewalt das komplette Haus zum Einsturz gebracht – mit einer Abrissbirne oder so – und dann läge alles als kleinteiliger Schutt dort und würde gegebenenfalls grob sortiert. Jetzt ist mir natürlich auch klar, dass es viel zeitsparender ist, von Anfang an alles ordentlich vorzusortieren. Außerdem ist es bestimmt ungefährlicher, wenn nicht unzählige Tonnen Baumaterial wild und unkontrolliert durch die Gegend fliegen. Es wirkte für uns dadurch auch weniger „brutal“. Trotzdem war es auch ein bisschen komisch, Teile des Hauses, die wir aus bestimmten Räumen kannten, plötzlich in herausgerissener Form auf einem quasi Müllberg zu sehen – wie eben die Treppe oder Türen und Fenster oder Parkett oder Teile des Badezimmers. IMG_7022 IMG_7030 Ein Stück Parkettboden: IMG_7043 IMG_7044 Und die nächsten Wände: IMG_7064 IMG_7065 IMG_7066 IMG_7067 IMG_7073 So sah es nun von der anderen Seite aus: IMG_7092 Um nicht alles völlig zu überfrachten, habe ich mich mal an einer Collage versucht (obwohl ich eigentlich nicht so ein Fan davon bin, aber diese Bilderfolge sieht man so vielleicht auch ganz gut). Jetzt kam nämlich eine der bahnbrechenderen Aktionen: Der Bagger setzte am Balkon (deren Fußboden gleichzeitig auch die Decke des ehemaligen Wintergartens dargestellt hatte) an, brach ihn unter riesigem Getöse in einem einzigen Stück heraus und ließ ihn dann zu Boden fallen, um ihn zu Bruch zu bekommen. Schade, dass die Bilder ohne Ton sind… Abriss Abriss Abriss Hier nochmal eine Momentaufnahme in groß: Abriss Und so sah das Haus danach aus. Da fehlte plötzlich ganz schön viel:AbrissAbriss Eine faszinierte kleine Tochter Nr. 1 (die neuerdings übrigens ständig im Vorbeifahren irgendwelche Häuser kommentiert: „Die Häuser sind alt. Da muss der Bagger kommen.“ Äh, naja, vielleicht nicht bei allen…).Abriss Da war wohl noch ein halber Giebel zu viel. Aber nicht mehr lange: IMG_7189 IMG_7190 IMG_7191 IMG_7194 Und auf der gegenüberliegenden Seite war auch noch einer:Abriss IMG_7205Ich fand es bemerkenswert, wie „müllig“ etwas aussehen kann, das gerade noch ein Haus war. Ich meine, dieses Haus war vor dem Abriss zwar sanierungsbedürftig, aber es wirkte nicht so gammelig, wie man anhand der nun herausquellenden Dämmmaterialien und ähnlichem vermuten könnte. Wahrscheinlich ist das bei alten Häusern grundsätzlich ganz gut so, dass man im Normalfall nicht sehen kann, was sich dort alles in den Wänden befindet und wie das genau aussieht – sonst könnten etwas zarter besaitete Menschen wohl nicht mehr ruhig und ohne Ekelgefühle darin wohnen. Vielleicht sieht es aber auch schlimmer aus als es ist (ich gebe gerne zu, dass ich zu den ekeltechnisch zarter besaiteten Menschen gehöre). Davon mal abgesehen fand (und finde) ich es aber auch immer noch seltsam, auch in diesem Zustand des Hauses (also als fast nichts mehr davon übrig war) noch intakte Wände mit Steckdose und Lichtschalter zu sehen. Das war wie eine Art Anachronismus. Als ob das Haus im totalen Untergangschaos noch ein Stück Normalität bewahren wollte. Ja, ich weiß, ein Haus ist keine Person 😉 . Ich meine das im übertragenen Sinne. Oder so.  IMG_7214 IMG_7215

Abriss Auch vorne wurde nochmal abgebissen:Abriss Ohne Dach und erste Etage. Eine Art Bungalow. Ein sehr luftiger allerdings. Abriss Unter extremem Kraftaufwand und ziemlicher Staubentwicklung wurde ein großer Teil des Parketts aus dem Erdgeschoss (bzw. aus den wenigen Zimmern, die noch übrig waren) herausgerissen. Das war noch erstaunlich intakt. Aber was soll’s – weiterverwenden können hätte man es wohl kaum.Abriss Abriss, Parkett wird herausgebrochen Abriss, Parkett wird herausgebrochen Abriss, Parkett wird herausgerissenAbriss, Parkett wird herausgerissen Nun blieb eigentlich nur noch die vorderste Front des Erdgeschosses:AbrissAbrissAbriss Ich fand es auch hier wieder erstaunlich, dass der Baggerführer aus all dem Bruch und Durcheinander zielsicher den Heizkörper herausfischte, um ihn auf den Metallhaufen zu legen.AbrissDies war vor langer, langer Zeit mal das Arbeitszimmer meines Opas. Da mein Opa leider schon vor vielen Jahren verstorben ist, hat der Raum mittlerweile mehrere andere Nutzungen erfahren. Als ich so hineingucken konnte, war es für mich irgendwie trotzdem noch „Opas Arbeitszimmer“, das noch fast bis als letztes stand. Seltsamerweise war die Türklinke umgedreht – wodurch auch immer – und die Zimmerdecke fehlte bereits.Abriss Die Tür gehörte natürlich auf den Holzstapel und musste daher als nächstes raus:AbrissMittlerweile kamen auch ein paar neugierige Nachbarskinder, um das große Finale nicht zu verpassen (und mit dem Smartphone zu filmen).Abriss Neben der Wohnzimmerwand stand bis ganz zum Schluss die Wand zur ehemaligen Terrasse bzw. zum ehemaligen Wintergarten samt Kamin – mitsamt dem hübsch-hässlichen aber jedenfalls absolut stilechten runden Bleiglasfenster, das auf dem nächsten Bild rechts zu sehen ist. Mein Schwager hatte kurz vorher noch zu bedenken gegeben, dass Bleiglasfenster doch sicher bald wieder im Kommen wären (das würde mich nicht wundern, nachdem auch „Mid-Century“ neuerdings der große Renner ist) und ob wir das Fenster nicht ausbauen und behalten wollten. Wir haben wirklich ernsthaft darüber nachgedacht, aber in unserem geplanten KfW-55-Haus können wir es unter Energiegesichtspunkten nun beim besten Willen nicht unterbringen – oder zumindest nicht als reguläres Fenster einbauen lassen. Außerdem passt es eigentlich auch sonst nicht rein. Und eine Garage haben wir im ersten Aufschlag nicht geplant; die ist erst ein wenig später dran. Also haben wir von dieser Idee wieder Abstand genommen und es dem Schwager zum Selbstausbau angeboten – aber auch der konnte es in seinem Haus nirgendwo unterbringen. – Ich musste jedenfalls ganz bis zum Schluss daran denken und witzelte ständig mit Herrn Kathrinville, dass er dem Schwager schnell noch Bescheid sagen solle, dass jetzt gerade noch Zeit wäre, das Fenster auszubauen. Herr Kathrinville verstand die ersten Male gar nicht, dass es ein Witz war. Na, der traut mir ja offensichtlich einiges an Beklopptheit zu – als ob ich allen Ernstes jemanden mitten im Abbruch vor den Bagger schicken und ein Fenster ausbauen lassen würde… IMG_7349 IMG_7350 Wir nähern uns dem letzten Akt:Abriss IMG_7352 IMG_7353 Aus der seitlichen Perspektive: IMG_7374 IMG_7375Wasser marsch: IMG_7376Noch stand die Wand mit dem Bleiglasfenster. Vielleicht doch noch schnell den Schwager anrufen? IMG_7377 IMG_7381 Nun hieß es offenbar auch bei Petrus „Wasser marsch“: Es fing an zu schütten. Die nächsten Bilder sind daher etwas wässerig, aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, den Fall der letzten Wände mitzuerleben und auch festzuhalten. Auf dem nächsten Bild ist zu sehen, wie die allerletzte Außenwand des eigentlichen Hauses fiel. Der Rest war nur noch die Terrassen- bzw. Wintergartenwand mit dem dazugehörigen Kamin/Schornstein.IMG_7384 IMG_7393 IMG_7394 IMG_7395Die Bleiglasfensterwand stand noch. Nun machte ich aber einen Fehler: Um nicht allzu nass zu werden, spurtete ich unter das Vordach der ollen Nachbargarage (teilweise oben in den Bildern zu sehen). Noch während ich lief (und daher nicht hinguckte) passierte es: Das Bleiglasfenster fiel der Baggerzange zum Opfer. Mist! Darauf hatte ich wirklich stundenlang gewartet und nun hatte ich es verpasst. IMG_7413 Zwei Sekunden zu spät: IMG_7414Die letzte Wand: IMG_7417Abriss Und nun noch der Kamin samt Schornstein: Abriss Abriss IMG_7426  IMG_7427Das war’s. Unglaublich, das ein Haus, für das man damals wahrscheinlich über ein Jahr gebraucht hatte, um es zu bauen, in nur zwei Tagen dem Erdboden gleich gemacht werden kann. Mit einem halben weinenden und anderthalb lachenden Augen verabschiedete ich mich innerlich vom alten Haus mit all den Erinnerungen, die darin produziert wurden und freute mich gleichzeitig sehr auf unseren Neubeginn (in einem ganz und gar gammelfreien Haus). Abriss Das war nun die Ansicht von vorne. Einfach NICHTS. Ich fand es auch an den nachfolgenden Tagen noch sehr seltsam, um die Ecke zu biegen und auf „nichts“ zuzufahren – vor allem, nachdem der Bagger dann weg war. Abriss Unterdessen hatten sich einige Nachbarn versammelt, um über den Abbruch zu fachsimpeln und auch ein bisschen, um über alte Zeiten zu sprechen. Immerhin sind die zwei Nachbarhäuser am Zufahrtsweg genauso alt wie das nun abgerissene Haus, hatten aber wohl zum Glück nicht die gleiche Wasserproblematik. Wir riskierten noch einen Blick vom Waldrand aus:     Abriss Abriss Und Herr Kathrinville knipste noch schnell mit dem Handy ein Beweisfoto für die lieben Freunde, die uns zur Geburt unserer kleinen Tochter aus gewissen Gründen ein Birnbäumchen der Sorte „Gute Luise“ geschenkt hatten. Alles gut: Der Baum steht noch: Birnbäumchen "Gute Luise" vor dem Schutthaufen Alles, was in den nächsten Tagen kam, war zwar auch noch interessant, hatte für mich aber emotional nicht mehr so wirklich mit dem alten Haus als solchem zu tun – denn das war ja nun tatsächlich weg. Der Schutt wurde abtransportiert und der Keller wurde herausgebrochen. AbrissAls Herr Kathrinville die Kinder in den Mittagsschlaf begleitete, ließ ich mich ganz gemütlich mit einer Schale Erdbeeren (seit wann gibt es eigentlich so spät im Jahr noch heimische Erdbeeren?! Sind die genmanipuliert???) auf der Banklehne hinter dem oben zu sehenden Haselnussstrauch nieder und beobachtete die Aufräumarbeiten. Erdbeeren Am Ende des Tages war nicht mehr viel übrig (also jetzt vom Schuttberg – von den Erdbeeren sowieso nicht, die waren ratzfatz weg). IMG_7567 Das war es vom Abriss. Ich sage Tschüss, altes Haus. Und herzlich Willkommen, neues!   Viele Grüße, Kathrin

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